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Warum macht Zucker süchtig?

Warum macht Zucker süchtig? Die Wahrheit dahinter

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2026

Zuckersucht ist weit verbreitet und betrifft Millionen Menschen weltweit. Manche Menschen mit Zuckersucht wissen nicht einmal, dass sie davon betroffen sind. 

Doch warum macht Zucker süchtig? Wie entwickelt sich eine Zuckersucht?

In diesem Beitrag geht es darum, was Zuckersucht ist, warum Zucker süchtig macht und wie Menschen zuckersüchtig werden. 

Was ist Zuckersucht? 

Zucker steckt in den unterschiedlichsten Lebensmitteln – von Cupcakes und Kuchen bis hin zu Eis und Kaltgetränken. 

Tatsächlich lässt sich Zucker kaum vermeiden. Genau deshalb werden viele Menschen zuckersüchtig. 

Zuckersucht, oft auch als emotionale oder psychische Abhängigkeit von zuckerhaltigen Lebensmitteln und Getränken bezeichnet, bereitet Fachleuten im Gesundheitswesen große Sorge. Wenn verarbeitete Lebensmittel und raffinierte Kohlenhydrate verstoffwechselt werden, entsteht im Körper zusätzlicher Zucker. 

In Maßen ist Zucker zwar nicht giftig, doch viele Menschen konsumieren zu viel davon. Einer aktuellen Studie zufolge nehmen 75 % der Menschen in den USA zu viel Zucker zu sich. Viele von ihnen sind zuckersüchtig.

Aber warum macht Zucker überhaupt süchtig? Im nächsten Abschnitt gehen wir dieser Frage auf den Grund. 

Warum macht Zucker süchtig? 

Wenn du dich schon länger fragst, warum Zucker süchtig macht, findest du hier die Antwort. 

Zucker sorgt dafür, dass dein Körper Dopamin ausschüttet. Dopamin ist ein Neurotransmitter, der eine entscheidende Rolle im mit Suchtverhalten verbundenen „Belohnungssystem“ spielt. 

Wenn du etwas tust, das eine übermäßige Dopaminausschüttung auslöst, erlebst du ein angenehmes Hochgefühl, das du wiederholen möchtest.

Je häufiger du dieses Verhalten wiederholst, desto mehr passt sich dein Gehirn an und schüttet weniger Dopamin aus. Um dasselbe Hochgefühl wie zuvor zu erreichen, musst du daher die Menge und Häufigkeit des Verhaltens steigern. Wenn du immer mehr Zucker konsumierst, um dieses angenehme Gefühl zu erleben, kannst du davon abhängig werden. 

Wie werden Menschen zuckersüchtig? 

Der Verzehr von Zucker kann dem Körper kurzfristig ein Hochgefühl und einen Energieschub verschaffen. Forschungsergebnissen zufolge Kokain macht genauso abhängig wie Zucker. 

Dabei wird Dopamin freigesetzt, was viele Menschen als angenehm empfinden. Wegen seines Suchtpotenzials wird ein übermäßiger Zuckerkonsum jedoch auch mit langfristigen gesundheitlichen Folgen wie Adipositas und Diabetes in Verbindung gebracht. 

Zuckersucht ist wie andere Zwänge oder Verhaltenssüchte besonders gefährlich für Menschen mit gedrückter Stimmung, Angstzuständen oder extremem Stress.

Außerdem greifen erschöpfte Menschen häufig zu kohlenhydratreichen, süßen Lebensmitteln, um neue Energie zu bekommen. Zucker löst ebenfalls einen Energieschub aus, indem er die Ausschüttung von Endorphinen anregt, die mit anderen Stoffen im Körper zusammenwirken. 

Wenn jemand Zucker mit Energiegewinn verbindet, kann daraus – meist unbeabsichtigt – eine Abhängigkeit entstehen. Auch Gereiztheit, emotionale Tiefs und andere Umstände können ein Verlangen nach Zucker auslösen. Wenn die Person dann nur noch wenig Kontrolle über ihr Essverhalten hat, hat sich eine Zuckersucht entwickelt.

Zuckersucht und emotionales Essen 

Die Fähigkeit von Zucker, schnell Energie zu liefern, und der angenehme Geschmack süßer Speisen können auf manche Menschen besonders anziehend wirken. Nach einem langen, stressigen Tag bietet Zucker manchen Menschen außerdem schnelle Erleichterung. 

Deshalb greifen Menschen nach Trennungen oder anderen emotional belastenden Ereignissen häufig zu Schokolade oder Eis, um besser damit zurechtzukommen. Wer Zucker zur Bewältigung emotionaler Probleme nutzt, kann jedoch davon abhängig werden. 

In der Folge nehmen Betroffene zu und haben Schwierigkeiten, sich auf ihre täglichen Aufgaben zu konzentrieren. Diese negativen Auswirkungen können auch ihr Selbstvertrauen beeinträchtigen, Gefühle der Machtlosigkeit hervorrufen und ihren Selbstwert mindern. Das führt zu noch mehr Zuckerkonsum und einer schwereren Sucht.

Zuckersucht und Essanfälle 

Essanfälle sind ein besonders gefährlicher Aspekt der Zuckersucht. Der Begriff bezeichnet den Verzehr einer großen Menge an Lebensmitteln innerhalb kurzer Zeit. Darauf folgen meist Schuldgefühle, Scham und Ekel. 

Bei Essanfällen können aus denselben Gründen – zur Stimmungsregulierung und Selbstmedikation – auch große Mengen Süßigkeiten verzehrt werden. 

Man muss sich jedoch bewusst machen, dass Essanfälle, insbesondere mit Zucker, emotionale Probleme nur vorübergehend lindern. 

Zuckersucht und Alkoholismus 

Es besteht ein genetischer Zusammenhang zwischen Kindern alkoholabhängiger Eltern und Zuckersucht. Eine aktuelle Studie ergab, dass die Dopaminrezeptoren im Gehirn beim Zuckerkonsum ähnlich aktiv werden wie im Gehirn eines Menschen, der Alkohol missbräuchlich konsumiert. Menschen mit einer Vorliebe für Süßes könnten dadurch mit größerer Wahrscheinlichkeit alkoholabhängig werden.

Menschen mit Alkoholabhängigkeit haben eher Verlangen nach Süßem und erleben häufiger ein starkes Verlangen nach Zucker sowie Entzugserscheinungen. Darüber hinaus können sowohl die Gene von Eltern, die Alkohol missbräuchlich konsumieren, als auch deren Vorliebe für Zucker an ihre Kinder weitergegeben werden. Dadurch könnte das Kind für beide Zwänge anfällig sein.

Fazit 

Zu erkennen, dass Zuckersucht ein Problem ist, ist der erste Schritt zur Veränderung. Eine Ernährungsumstellung und Übungen zur Selbstkontrolle können dir helfen. Fachleute raten jedoch davon ab, einen kalten Entzug zu machen

Menschen mit Zuckersucht werden Schwierigkeiten haben, ihr Verlangen zu überwinden, insbesondere wenn sie zusätzlich eine Substanzkonsumstörung oder eine gleichzeitig bestehende psychische Erkrankung haben. 

Wenn du oder ein dir nahestehender Mensch von Zuckersucht betroffen ist, wende dich noch heute an eine Behandlungseinrichtung, um mehr über deine Möglichkeiten zu erfahren. Das richtige Unterstützungssystem und eine Nüchternheits-App wie I Am Sober können ebenfalls helfen.

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