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Was ist atypische Anorexie?

Was ist atypische Anorexie? Ursachen, Anzeichen und Behandlung

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2026

Atypische Anorexie ist eine Essstörung und betrifft weltweit Tausende Menschen. Im Allgemeinen leiden mehr Menschen an atypischer als an typischer Anorexie. 

Doch was genau ist atypische Anorexie? Was sind ihre Ursachen und Anzeichen? Gibt es eine Möglichkeit, sie zu behandeln?

In diesem Artikel geht es um atypische Anorexie, ihre Ursachen, Anzeichen und Behandlung. 

Was ist atypische Anorexie? 

Atypische Anorexie wird als starke Angst vor einer Gewichtszunahme definiert. Sie geht mit einer starken Einschränkung der Nahrungs- und Energiezufuhr einher, ohne dass es zu einem erheblichen Gewichtsverlust oder einem niedrigen Körpergewicht kommt. Das bedeutet, dass Betroffene mit dieser Essstörung ein durchschnittliches oder höheres Gewicht haben können.

Manche Menschen glauben, dass ein gesundes Körpergewicht auf eine weniger schwere Essstörung hindeutet. Atypische Anorexie zeigt jedoch, dass Essstörungen viele unterschiedliche Formen annehmen können. 

Darüber hinaus haben Menschen mit atypischer Anorexie eine negative Einstellung zu ihrem Körper, ihrem Gewicht und ihrer Beziehung zum Essen. Atypische Anorexie ist außerdem eine schwere psychische Störung, die das Leben, die berufliche Laufbahn und die Beziehungen eines Menschen erheblich beeinflussen kann – unabhängig davon, wie sie sich auf das Gewicht auswirkt.

Ursachen atypischer Anorexie 

Zu den Ursachen atypischer Anorexie gehören:

1. Genetik 

Forschungsergebnissen zufolge sind etwa 50 bis 80 Prozent des Risikos, eine Essstörung zu entwickeln, genetisch bedingt. 

Menschen, deren Verwandte ersten Grades (Geschwister oder Eltern) an einer Essstörung wie atypischer Anorexie leiden, entwickeln zehnmal häufiger selbst eine Essstörung. Das deutet auf einen genetischen Zusammenhang hin. 

Auch Veränderungen der Gehirnchemie, insbesondere im Belohnungssystem des Gehirns und bei den Neurotransmittern, könnten eine Rolle spielen. Dazu gehören Serotonin und Dopamin, die Hunger, Stimmung und Impulskontrolle regulieren. 

2. Trauma 

Viele Fachleute glauben, dass Menschen mit Essstörungen wie Anorexie versuchen, überwältigende Gefühle und schmerzhafte Emotionen zu bewältigen. Dazu schränken sie ihre Nahrungsaufnahme ein. 

Körperlicher oder sexueller Missbrauch kann beispielsweise bei manchen Menschen zur Entwicklung einer Essstörung führen.

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3. Umfeld und Kultur 

Kulturen, die einen bestimmten, meist schlanken Körpertyp idealisieren, können Menschen unter unangemessenen Druck setzen, unrealistischen Körperidealen zu entsprechen. 

Auch in Popkultur, Medien und Werbung wird Schlankheit häufig mit Beliebtheit, Erfolg, Attraktivität und Glück verbunden. Das kann zur Entwicklung einer atypischen Anorexie beitragen.

4. Gruppendruck 

Gruppendruck kann insbesondere bei Kindern und Jugendlichen einen starken Einfluss haben. 

Anorexie kann sich auch verschlimmern, wenn jemand wegen seines Aussehens oder Gewichts gehänselt, gemobbt oder lächerlich gemacht wird.[1] 

5. Emotionale Gesundheit 

Perfektionismus, impulsives Verhalten und schwierige Beziehungen können zu einem geringen Selbstwertgefühl und einer niedrigen wahrgenommenen Selbstachtung beitragen. Dadurch steigt das Risiko, eine atypische Anorexie zu entwickeln.

Anzeichen atypischer Anorexie

Zu den Anzeichen atypischer Anorexie gehören:

1. Körperliche Anzeichen 

Menschen mit atypischer Anorexie wirken möglicherweise nicht dünn. Ihr Körper zeigt jedoch, dass sie ihre Nahrungsaufnahme ebenso stark einschränken wie Menschen mit typischer Anorexia nervosa. 

Insbesondere treten bei diesen Menschen folgende Beschwerden auf:

● Gelbliche und trockene Haut

● Bauchbeschwerden

● Reizdarmsyndrom

● Geschwächtes Immunsystem

● Verstopfung

● Energiemangel und Lethargie

● Deutlicher Gewichtsverlust

2. Verhalten und Emotionen 

Der Unterschied zwischen atypischer und typischer Anorexia nervosa liegt im Körpergewicht. 

Daher überschneiden sich viele verhaltensbezogene und emotionale Symptome. Menschen mit atypischer Anorexia nervosa glauben möglicherweise, nicht krank genug zu sein, oder führen ihr Gewicht als Beleg dafür an, gesund oder in Ordnung zu sein. 

Außerdem kann ihre Störung unerkannt bleiben, wenn sie nicht stark untergewichtig sind. Zu den verhaltensbezogenen und emotionalen Symptomen, auf die du achten solltest, gehören:

● Starke Beschäftigung mit Körpergewicht, Körpergröße und Körperform 

● Geringes Selbstwertgefühl

● Verzerrtes Körperbild

● Angst, übergewichtig oder adipös zu werden

● Übermäßige Konzentration auf Lebensmittel, ihren Nährwert und ihre körperlichen Auswirkungen

● Weigerung zu essen oder sich beim Essen beobachten zu lassen

● Verstärkte emotionale Instabilität (Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen usw.)

● Denk- und Konzentrationsschwierigkeiten

Behandlungen bei atypischer Anorexie

Zu den Behandlungen bei atypischer Anorexie gehören:

1. Psychotherapie 

Psychotherapie ist eine Form der Einzelberatung. Sie konzentriert sich darauf, die durch die Essstörung geprägten Denkmuster (kognitive Behandlung) und Verhaltensweisen (Verhaltenstherapie) einer Person zu verbessern. 

Diese Behandlung umfasst praktische Strategien, um eine gesunde Einstellung zu Essen und Gewicht aufzubauen. Sie beinhaltet außerdem Ansätze, mit denen die Reaktion der Person auf schwierige Situationen verändert werden kann. 

2. Medikamente 

Atypische Anorexie steht häufig mit Angst und Verzweiflung in Verbindung. 

Daher können manche medizinischen Fachkräfte Medikamente verschreiben, um diese Symptome zu lindern. Antipsychotika wie Olanzapin können die Gewichtszunahme unterstützen. Manchmal verschreiben Ärztinnen und Ärzte auch Medikamente zur Regulierung der Menstruation.

3. Ernährungsberatung 

Ernährungsberatung ist eine Behandlungsmethode bei Anorexie, die dabei hilft, eine gesunde Einstellung zu Essen und Gewicht zu entwickeln. 

Sie hilft Betroffenen außerdem, wieder regelmäßige Essgewohnheiten aufzubauen, und vermittelt die Bedeutung einer guten Ernährung und ausgewogenen Kost.

4. Gruppen- und/oder Familientherapie 

Die Unterstützung der Familie ist bei der Therapie atypischer Anorexie entscheidend. Die Familienmitglieder der betroffenen Person müssen lernen, die Anzeichen und Symptome einer Essstörung zu erkennen.

Menschen mit Essstörungen können auch von einer Gruppentherapie profitieren. Dort finden sie Unterstützung und können ihre Gefühle und Sorgen offen mit anderen teilen, die Ähnliches erlebt haben.

Self Harm Tracker

5. Krankenhausaufenthalt 

Ein starker Gewichtsverlust, der zu Mangelernährung und anderen erheblichen psychischen oder körperlichen Folgen wie Herzerkrankungen, Depressionen und suizidalen Handlungen geführt hat, kann einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machen.

Fazit 

Atypische Anorexie ist eine gefährliche und potenziell tödliche Störung. Die gute Nachricht ist, dass mit der richtigen Behandlung eine vollständige Genesung möglich ist.[2] 

Wenn du oder jemand, den du kennst, Anzeichen einer Anorexie zeigt, solltest du Hilfe und Behandlung suchen. Denk daran: Es ist nie zu spät, Hilfe anzunehmen. Außerdem erhöht eine frühzeitige Behandlung die Chancen auf Genesung.

Das richtige Unterstützungsnetzwerk und eine App für Nüchternheit wie I Am Sober können ebenfalls helfen.

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