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Masturbationssucht

Masturbationssucht: Symptome, Ursachen und was du tun kannst

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2026

Masturbation ist zwar normal, kann aber zur Sucht werden. Eine Masturbationssucht ist ein komplexes Krankheitsbild, das durch eine emotionale, psychische und körperliche Abhängigkeit von Masturbation oder Selbstbefriedigung gekennzeichnet ist. 

Mit der Zeit kann Masturbation so weit gehen, dass Betroffene sie ständig praktizieren. Sie masturbieren dann ungeachtet ihrer persönlichen und sozialen Situation. Obwohl Masturbationssucht behandelt werden kann, möchten viele Menschen vor allem aus Scham keine Behandlung suchen. 

Doch was genau sind die Symptome einer Masturbationssucht? Was verursacht sie? Kannst du etwas tun, um damit umzugehen?

In diesem Artikel geht es um Masturbationssucht, ihre Symptome und ihre Ursachen. Außerdem besprechen wir, was du tun kannst, wenn du oder ein dir nahestehender Mensch darunter leidet. 

Was ist Masturbationssucht? 

Wie der Name schon sagt, entsteht Masturbationssucht, wenn jemand von Selbstbefriedigung abhängig wird. 

Wer unter diesem Krankheitsbild leidet, kann das Verlangen, ständig zu masturbieren, nicht mehr unterdrücken. Dadurch wird die Handlung zwanghaft ausgeführt.

Masturbationssucht wird daher auch als zwanghafte Masturbation bezeichnet. Sie kann außerdem als Symptom zugrunde liegender, diagnostizierbarer psychischer Erkrankungen auftreten.

Symptome einer Masturbationssucht 

Zu den häufigsten Symptomen einer Masturbationssucht gehören:

1. Verlust der Empfindsamkeit 

Übermäßige Masturbation kann die Empfindsamkeit beeinträchtigen. Menschen mit Masturbationssucht können die Fähigkeit verlieren, mit oder ohne Partner Lust zu empfinden. 

Die Empfindsamkeit kann auch allmählich nachlassen. Dadurch müssen Betroffene mehr Zeit und Mühe aufwenden, um einen Orgasmus zu erreichen. 

2. Mangelnde Impulskontrolle 

Ein weiteres Symptom einer Masturbationssucht ist mangelnde Impulskontrolle. 

Insbesondere fällt es Betroffenen möglicherweise schwer zu erkennen, wann und wo Masturbation angemessen, sicher oder privat ist. Sie befriedigen sich womöglich bei der Arbeit, im Auto oder an einem öffentlichen Ort, wo sie dabei erwischt werden könnten. 

3. Schuld und Scham 

Menschen mit Masturbationssucht empfinden angesichts dessen, wie die Gesellschaft Sexualität betrachtet, zudem echte, starke Scham. Das kann ihr Verhalten und ihre emotionale Verarbeitung der Scham beeinflussen.

Darüber hinaus kann die mit Masturbation verbundene Stigmatisierung unnötige Schuldgefühle auslösen und es Betroffenen erschweren, um Hilfe zu bitten.

4. Überstimulation 

Da sich Menschen mit Masturbationssucht übermäßig selbst befriedigen, überstimulieren sie ihre Genitalien. Wird dieselbe Stelle wiederholt auf dieselbe Weise stimuliert, kann das außerdem zu Reizungen und wunden Stellen an der empfindlichen Haut führen. 

5. Sexuelle Funktionsstörung 

Sexualtherapeutinnen und -therapeuten zufolge kann übermäßige Masturbation zu Beschwerden wie vorzeitigem Samenerguss führen. 

Studien legen zudem nahe, dass übermäßige Masturbation in Verbindung mit exzessivem Pornokonsum zu einer Dopaminüberlastung führen kann. Dies kann eine sogenannte pornografiebedingte erektile Dysfunktion auslösen.

Ursachen einer Masturbationssucht 

Wie die Symptome unterscheiden sich auch die Ursachen einer Masturbationssucht von Mensch zu Mensch. Soziale Einflüsse und persönliche Veranlagungen können dabei eine Rolle spielen. 

Zu den häufigsten Ursachen und Risikofaktoren, die zu einer Masturbationssucht führen können, gehören:

● Natürliches Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn

● Erkrankungen des Gehirns

● Veränderungen der Nervenbahnen im Gehirn

● Leichter Zugang zu sexuellen Inhalten

● Alkohol- oder Drogenmissbrauch

● Zugrunde liegende psychische Erkrankung

● Familiäre Konflikte

● Sexueller oder körperlicher Missbrauch in der Vergangenheit

● Familienangehörige mit einer Sucht

Was du bei einer Masturbationssucht tun kannst 

Wenn du bei dir oder einem dir nahestehenden Menschen ein Problem mit Masturbation feststellst, musst du etwas dagegen unternehmen. Das kannst du tun: 

Nimm therapeutische Hilfe in Anspruch 

In einer Therapie lässt sich die zugrunde liegende Ursache deiner Masturbationssucht ermitteln. So kannst du gemeinsam mit deiner Therapeutin oder deinem Therapeuten Strategien entwickeln, um das Verhalten zu reduzieren.

Wenn du beispielsweise ein Trauma erlebt hast, hilft dir deine Therapeutin oder dein Therapeut dabei, es zu verarbeiten. Anschließend könnt ihr bessere Bewältigungsstrategien dafür finden.

Eine Therapie kann dir außerdem helfen, wenn du übermäßig masturbierst, um mit Stress umzugehen. 

Lass dich medikamentös behandeln 

Es gibt zwar kein Medikament speziell gegen Masturbationssucht, aber Medikamente gegen zugrunde liegende psychische Erkrankungen, die damit zusammenhängen. Solche Medikamente können dir helfen, dein zwanghaftes Sexualverhalten zu bewältigen. 

Beschäftige dich mit Dingen, die dir Freude machen 

Auch Aktivitäten, die deinen Fokus von der Masturbation auf förderlichere Verhaltensweisen lenken, können helfen. Dazu gehören Meditation, Laufen, Schwimmen und Yoga. 

Schließ dich einer Selbsthilfegruppe an 

Du kannst dich auch einer Selbsthilfegruppe anschließen, um mit der Masturbationssucht umzugehen. Der Austausch mit Menschen auf demselben Weg kann dir zeigen, dass deine Schwierigkeiten berechtigt sind, und dir Trost geben. 

Du kannst dich beispielsweise den Sex and Love Addicts Anonymous anschließen oder einem Onlineforum beitreten, um mit Menschen zu sprechen, die nachvollziehen können, was du durchmachst. 

Stigmatisierung von Masturbation abbauen 

Einer der Hauptgründe, warum Menschen keine Hilfe suchen, ist Scham. Wenn du Masturbation für unmoralisch, beschämend oder Ähnliches hältst, versuche, diese Überzeugung zu überdenken.

Die Auseinandersetzung mit deinen kulturellen, religiösen und spirituellen Überzeugungen kann dir helfen, deine Wahrnehmung dieses Verhaltens zu verändern.

Sei in deinen persönlichen Beziehungen präsent 

Bemühe dich, in deinen Beziehungen präsenter zu sein. Plane ein Treffen mit deinem Lieblingsmenschen, unternimm etwas mit deiner Familie und triff dich mit deinen Freundinnen und Freunden.

Das kann deinen Drang zu masturbieren lindern. Zugleich stärkst du die Verbindung zu den Menschen, die dir nahestehen, und gewinnst ein Gefühl der Zugehörigkeit.

Fazit 

Masturbationssucht ist ein reales Problem, das angemessen behandelt werden muss. Wenn du darunter leidest oder ein dir nahestehender Mensch betroffen ist, hol dir Hilfe. Du bist auf diesem Weg nicht allein, und andere können nachempfinden, was du durchmachst. Das richtige Unterstützungssystem, eine Behandlung und eine Nüchternheits-App wie I Am Sober können helfen. 

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