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Erste Schritte
Eine therapeutische Fachkraft und eine behandelte Person sprechen über deren Alkoholsucht.

So findest du die richtige therapeutische Unterstützung bei Alkoholmissbrauch

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2026

Ein wesentlicher Teil der Genesung von Alkoholmissbrauch besteht darin, sich mit deiner psychischen Gesundheit und den Auslösern deiner Sucht auseinanderzusetzen. Am besten suchst du dafür eine therapeutische Fachkraft auf, die dich durch den Genesungsprozess begleiten kann. Die richtige Person zu finden, ist besonders wichtig, wenn du am Anfang deiner Genesung stehst und jemanden mit Erfahrung in deinem Bereich brauchst.

Suche gezielt

Nicht alle therapeutischen Fachkräfte haben Erfahrung mit Sucht und Alkoholmissbrauch. Zwar sind sie in vielen ähnlichen Bereichen ausgebildet, doch ideal ist eine Person, die auf Alkoholsucht spezialisiert ist. Je spezifischer ihre Qualifikationen sind, desto mehr Erfahrung hat sie wahrscheinlich darin, Menschen in deiner Situation zu helfen.

Sucht ist eine echte Erkrankung und verändert grundlegend, wie dein Gehirn funktioniert. Deshalb bekommst du bei einer allgemein ausgerichteten therapeutischen Fachkraft möglicherweise nicht die Hilfe, die du brauchst.

Neben einer therapeutischen Fachkraft, die gezielt mit Alkoholmissbrauch arbeitet, gibt es weitere Möglichkeiten. Suchtberatungsstellen, Selbsthilfegruppen und Therapiegruppen bieten je nach deinen Zielen unterschiedliche Unterstützung. Viele Menschen nutzen eine dieser Möglichkeiten zusätzlich zu einer Einzeltherapie.

Verstehe deine Ziele

Bevor du ernsthaft nach einer Fachkraft für Suchttherapie suchst, solltest du dir über dein Therapieziel klar werden. Denk daran, dass dir die therapeutische Fachkraft dabei helfen kann, diesem Ziel auf den Grund zu gehen, sobald du mit den Sitzungen beginnst. Zu ihren Aufgaben gehört es, mit dir realistische Ziele zu entwickeln, die zu deinen psychischen Bedürfnissen passen.

Eine ungefähre Vorstellung davon, was du erreichen möchtest, hilft dir jedoch dabei, eine therapeutische Fachkraft auszuwählen, die am besten zu diesen Zielen passt. Manche sind zusätzlich auf Bereiche wie berufliche Entwicklung, Familiengeschichte oder Trauma spezialisiert.

Während deiner Genesung von einer Sucht möchtest du vielleicht auch andere Therapieformen ausprobieren. Beispiele sind die rational-emotive Verhaltenstherapie, die kognitive Verhaltenstherapie oder das Kontingenzmanagement. 

Suche Bewertungen oder Empfehlungen

Wenn du nach therapeutischen Fachkräften in deiner Nähe suchst, lies Bewertungen, um zu erfahren, was andere behandelte Personen berichten. Bewertungen beruhen zwar auf persönlichen Meinungen, doch die Erfahrungen anderer mit einer bestimmten Fachkraft können trotzdem hilfreich sein. 

Noch besser sind Empfehlungen von Menschen, die du kennst und denen du vertraust. Wenn du Mitglied einer Suchthilfeorganisation oder Selbsthilfegruppe bist, kannst du dort Empfehlungen von Menschen bekommen, die selbst eine Therapie erhalten haben.

Organisationen, denen du angehörst, können außerdem bestimmte Arten therapeutischer Fachkräfte empfehlen. Einrichtungen für Nüchternheit oder psychische Gesundheit in deiner Nähe verfügen möglicherweise über eine Datenbank mit therapeutischen Fachkräften, und die meisten Selbsthilfegruppen stellen ihren Mitgliedern solche Informationen zur Verfügung.

Prüfe deine Versicherung

Der wichtigste Aspekt einer Therapie ist zwar, die richtige therapeutische Fachkraft für deine Genesung zu finden, doch du musst auch die praktischen Seiten berücksichtigen. Therapie kostet Geld und kann ohne Versicherungsschutz schnell sehr teuer werden.

Die gute Nachricht ist, dass die Versicherungen vieler Menschen Therapiesitzungen zumindest teilweise abdecken. Prüfe deinen Versicherungsplan, um herauszufinden, welche Angebote für psychische Gesundheit er in welchem Umfang übernimmt. Manche Pläne decken nur eine bestimmte Anzahl von Therapieterminen oder einen festgelegten monatlichen beziehungsweise jährlichen Betrag ab.

Gleiche die therapeutische Fachkraft, die du in Betracht ziehst, außerdem mit deinem Versicherungsplan ab. So erfährst du, ob ihre Leistungen abgedeckt sind und ob sie deine Versicherung akzeptiert.

Wende dich an Organisationen vor Ort

Je nachdem, welcher Gemeinschaft du angehörst, stehen dir möglicherweise bereits Angebote für eine Therapie zur Verfügung. Ein gutes Beispiel sind Studierende, die meist Zugang zu einer Beratungsstelle ihrer Hochschule haben. Hochschulen bieten nicht immer eine Beratung speziell für Sucht an, doch es lohnt sich, nachzufragen.

Manche Arbeitgeber bieten ebenfalls Gesundheits- und Beratungsdienste oder ein Unterstützungsprogramm für Beschäftigte an. Wenn du einer Kirche, Synagoge oder Glaubensgemeinschaft angehörst, findest du dort möglicherweise auch religiös ausgerichtete Behandlungsmöglichkeiten.

Stelle Fragen

Wenn du eine mögliche therapeutische Fachkraft kennenlernst, solltest du Fragen vorbereiten, um ihr Angebot besser einschätzen zu können. Manchmal kannst du vor einem offiziellen Termin telefonisch mit ihr sprechen. Vielleicht musst du aber auch einen ersten Termin vereinbaren, um herauszufinden, ob sie zu dir passt.

Bei dieser Gelegenheit kannst du alle Fragen stellen, die sich durch deine Online-Recherche nicht klären ließen. Frage zum Beispiel nach den Fachgebieten, bevorzugten Behandlungsmethoden und der bisherigen Berufserfahrung.

Du kannst auch persönliche Fragen stellen, etwa ob bei Bedarf Medikamente verschrieben werden und ob die Fachkraft bereits Menschen in Situationen behandelt hat, die deiner ähneln.

Vertraue deinem Gefühl

Ganz gleich, wie viel du recherchierst: Am Ende musst du bei der Wahl einer therapeutischen Fachkraft deinem Gefühl vertrauen. Auf dem Papier kann eine Person perfekt erscheinen und trotzdem nicht zu deiner Persönlichkeit oder Situation passen.

Achte beim ersten Termin darauf, wie du dich fühlst. Gibt dir die Person das Gefühl, dich in einem sicheren und vertraulichen Raum zu befinden? Lässt sie dich offen sprechen und deine Gedanken zu Ende führen, ohne dich zu unterbrechen? Erlebst du sie während des Termins als einfühlsam und aufmerksam?

Diese Fragen können dir dabei helfen, dein Gefühl nach dem Termin einzuschätzen. Etwas Nervosität ist normal, doch die therapeutische Fachkraft sollte allmählich dazu beitragen, dass du dich wohler fühlst.

Fazit

Die richtige therapeutische Fachkraft für Alkoholmissbrauch zu finden, kann schwierig sein – besonders wenn es in deiner Nähe nur wenige gibt, die auf diesen Bereich spezialisiert sind. Diese Tipps können dir helfen, deine Möglichkeiten einzuschätzen und eine Person auszuwählen, die dich deinen Zielen näherbringt.

Zögere nicht, dich an Organisationen und Communities für Menschen mit Alkoholproblemen zu wenden. Viele kostenlose Angebote stehen zur Verfügung. Empfehlungen von Menschen, die sich ebenfalls von Alkoholmissbrauch erholen, sind ein guter Ausgangspunkt.

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